Webanalytics: Wie finde ich das richtige Tool für meine Webanalyse?

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Das ist das Schöne am Online-Marketing – Sie erfahren ziemlich genau, was es bringt. Denn vereinfacht dargestellt ist es so: Sie schicken Daten raus, und Sie bekommen welche zurück. Aus Datenanalysen erfahren Sie, wer wie reagiert hat, und lernen, wie Sie Ihr Marketing optimieren können. Mit dem richtigen Webanalyse-Tool gewinnen Sie wertvolle Erkenntnisse über die Wirksamkeit der Inhalte, die Sie auf Ihrer Website – wahrscheinlich mit viel Mühe – gewinnbringend unter die Leute zu bringen versuchen.

Gute Verkäufer kennen ihre Kunden – und jene, die es werden sollen. Doch was heißt hier „kennen“? Webanalytics vermittelt ja keine kompletten Menschen, sondern „nur“ Daten. Der Fokus einer Webanalyse liegt auf der genaueren Untersuchung von Besuchen auf Ihrer Website. Das kann aber schon ziemlich viel sein. Immerhin kommt dabei heraus, dass Nutzer z. B. auf YouTube Reisewerbung sehen, weil sie kürzlich „Billigflüge“ gegoogelt haben.

 

Eine aufwendige Webanalyse mag Ihnen lästig und unnötig erscheinen, doch zum Glück gibt es empfehlenswerte Tools, die diese Aufgabe für Sie übernehmen. Bild: © alphaspirit - Fotolia.

 

Was genau Webanalyse Ihrem Unternehmen nutzt

Die Webanalyse-Tools verschiedener Anbieter, die etwa eine Webdesign-Agentur für Sie bei der Erstellung einer professionellen Website nutzbar macht, verraten Ihnen über die Besucher Ihrer Website beispielsweise,

  • wie lange diese auf bestimmten Seiten verweilen und was sie angeklickt haben oder ob sie gleich abgesprungen sind;
  • ob sie etwas bestellt, das Kontaktformular benutzt oder Ihre E-Mail-Adresse abgerufen haben;
  • zu welchen Zielgruppen sie gehören (demografische Daten, Wohnort, Interessen etc.);
  • ihre Nutzungszeiten, -häufigkeit usw. für verschiedene Seiten;
  • Suchbegriffe und Links, über die sie auf eine bestimmte Seite – die Landingpage – gekommen sind, z. B. bei einer Google-Suche oder über Hinweise auf einer Seite, die auf Ihr Unternehmen verlinkt;
  • ob sie einer Online-Anzeige gefolgt sind, einer Social-Media-Seite oder anderen Angeboten von Ihnen – und einiges mehr.

Webanalyse allgemein umfasst aber noch eine ganze Reihe weiterer Aspekte, die wir hier nicht berücksichtigen wollen. Das Leistungsspektrum der verschiedenen Webanalyse-Tools ist sehr unterschiedlich. Das verbreitetste (und sehr umfangreiche) Werkzeug ist Google Analytics. Doch auch schon Baukasten-Websites wie WordPress oder Wix haben zumindest eine eingebaute Webstatistik mit einigen Basisdaten gleich mit dabei.

 

Webanalyse-Tools: ein kurzer Überblick

Das Wichtigste vorab: Bei allen Analysetools, die Cookies setzen oder Ihre Seitenbesucher „tracken“, müssen Sie unbedingt darauf achten, dass sie dem Online-Datenschutzrecht entsprechen. Verstöße gegen gesetzliche Bestimmungen wie die DSGVO können sehr teuer werden. Die Rechtsprechung dazu hat sich sowohl auf deutscher als auch auf europäischer Ebene laufend verschärft. Das gilt natürlich auch bei der Verwendung folgender Webanalyse-Tools:

  • Google Analytics gibt es in einer kostenlosen Version, die bereits ein großes Spektrum an Auswertungen ermöglicht und mit anderen Google-Produkten direkt verknüpfbar ist. Um das Webanalyse-Tool wirklich ausnutzen zu können, müssen Sie sich aber eingehend damit beschäftigen. Die Bezahlversion bietet echte Business-Class bei Features und Service – allerdings ab 135.000 Euro pro Jahr.
  • Adobe Analytics verbindet mit den Analysemöglichkeiten zugleich den Zusammenschluss mit der Adobe Marketing Cloud. Das ist ein eigenes Universum, das mit Google nicht wirklich harmoniert. Was das Tool besonders gut „kann“, sind z. B. Segmentierungen. Adobe gilt als teuer, wirbt allerdings mit einem Forrester-Report, der einen ROI von 224 % verspricht.
  • Matomo, neben den beiden genannten Platzhirschen einer der größeren Anbieter, hat wieder eine Gratisversion. Für den Einsatz im europäischen Raum interessant: Das Tool lässt sich auf dem eigenen Webserver hosten und so konfigurieren, dass Daten nur anonymisiert erhoben werden.
  • Etracker, ein deutscher Anbieter, hat relativ günstige Versionen ab 19 Euro monatlich im Programm und legt auf ausführliche Informationen zu datenschutzrechtlichen Fragen Wert.
  • Open Web Analytics ist wie Etracker eine Open-Source-Lösung, jedoch komplett kostenfrei, unabhängig von der Zahl der getrackten Seiten bzw. Datensätze. Die Speicherung der Daten auf eigenen Servern kommt dem Datenschutz entgegen. Wer das Tool betreibt, muss aber in allen weiteren Belangen selbst darauf achten, die Analysen rechtskonform einzusetzen.

Ein genauerer Vergleich dieser Webanalyse-Tools inklusive der zahllosen Optionen und Varianten, würde hier den Rahmen sprengen. Für Unternehmen entscheidet letztlich vor allem der individuelle Bedarf, welche Webanalytics-Lösung – auch unter Rentabilitätsaspekten – am besten geeignet ist. Allerdings: Marketing im Blindflug, also ganz ohne Analysen, kostet ja erst recht!