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Gen AI: „Wenn ich als CIO meinen Job behalten will, muss ich mich damit beschäftigen“

Firma: Heise Business Services
Sprache: Deutsch
Gesprächspartner:
Dauer: 33:16 Minuten
Erscheinungsjahr: 2026
Besonderheit: registrierungsfrei
Wissen
kompakt
vermittelt!
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Viele Unternehmen experimentieren mit generativer KI, doch der messbare Nutzen bleibt oft aus. Eine aktuelle Studie zeigt: 73 Prozent der befragten IT-Entscheider sehen sich noch nicht auf dem „Pfad der Erleuchtung“, sondern eher auf dem Gipfel der überzogenen Erwartungen oder im Tal der Enttäuschung.

Jennifer Diersch und Felix Salomon leiten bei der Unternehmensberatung kobaltblau das Kompetenzzentrum für IT-Organisation und Transformation. Für ihre Gen-AI-Studie befragten sie 230 CIOs und IT-Entscheider im deutschsprachigen Raum. „Überraschend für mich war, dass sehr viele Unternehmen sich selbst noch wirklich am Anfang der Gen-AI-Reise verortet haben“, sagt Diersch.


Mangelnde Datenqualität gilt als größte Hürde

Die Studie identifiziert drei zentrale Bremsklötze: fehlende Data Governance und Datenqualität, mangelnde Fachkenntnisse bei der Belegschaft und regulatorische Bedenken. Besonders auffällig: Zwei Drittel der Befragten haben trotz der erkannten Datenprobleme in dieser Hinsicht noch keine Maßnahmen ergriffen. „Das passt nicht zusammen. Das ist die größte Hürde – einer der Punkte, die am wenigsten in die Tat umgesetzt wurden“, erklärt Diersch.

Viele Unternehmen setzen aktuell auf einfache Anwendungen wie Microsoft Copilot oder ChatGPT-Enterprise-Lizenzen. Diese seien zwar geeignet, um Bewusstsein zu schaffen, brächten aber keine unmittelbaren Produktivitätsgewinne. „Nur weil mir Copilot eine E-Mail vorformuliert, kann ich nicht einen gewissen Prozentsatz meiner Belegschaft abschaffen“, so Diersch.


Wandel vom Dienstleister zum Plattformbetreiber

Die Studienautoren empfehlen IT-Organisationen, sich schrittweise weiterzuentwickeln – von der assistierten Nutzung über orchestrierte Systeme bis hin zu autonomen Prozessen. „Man sollte sich nicht als Erstes fragen, wie eine nativ AI-Organisation aussieht, sondern sich schrittweise dahin entwickeln“, rät Salomon. Die Rolle der IT werde sich dabei grundlegend wandeln, und zwar hin zum Plattformbetreiber, der das Business befähigt, eigenständig KI-Lösungen zu entwickeln.

Für CIOs formuliert Diersch eine klare Botschaft: „Wenn ich als CIO meinen Job behalten will, dann muss ich mich mit Gen AI beschäftigen. Und ich muss es auch in den nächsten 12 bis 18 Monaten tun, weil die Entwicklungen so schnell sind, dass ich sonst den Anschluss verliere.“

Gen AI: „Wenn ich als CIO meinen Job behalten will, muss ich mich damit beschäftigen“

heise meets … Jennifer Diersch und Felix Salomon, Direktoren bei kobaltblau

Inhaltstyp: Podcast
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