Künstliche Intelligenz fordert die IT-Sicherheit immer stärker heraus, weil nicht nur Sicherheitsexperten, sondern auch Hacker die Möglichkeiten von KI-Systemen nutzen. „Die Hacker haben keine Ethik“, warnt Patrick Antoun von der Leitwerk AG. „Das Thema KI wird uns sehr stark treiben über die nächsten Jahre, wird die Bedrohungslage auch sehr stark entwickeln.“ Um dem entgegenzuwirken, müsse man auch auf Verteidigerseite KI einsetzen.
KI-gestützte Phishing-Mails erkennen
Thorben Jändling, Security Specialist bei Elastic, nennt ein Beispiel: Hacker produzieren mithilfe von KI täuschend echte Phishing-Mails, die den Kommunikationsstil eines Unternehmens perfekt imitieren. Doch auch die Verteidiger haben die Möglichkeit, KI für Awareness-Kampagnen zu nutzen und verdächtige Mails zu identifizieren.
Auch bei der Analyse von Sicherheitsvorfällen kommt KI bei Elastic zum Einsatz, um beispielsweise Warnmeldungen zu priorisieren und False Positives herauszufiltern. Ein KI-Assistent unterstützt die Analysten dabei mit Handlungsempfehlungen. „Beide Seiten sind jetzt gezwungen, diese Technologie einzusetzen. Ich glaube, das Katz-und-Maus-Spiel wird uns weiterhin treiben“, blickt Jändling in die Zukunft.
Pragmatische Sicherheitskonzepte für den Mittelstand
Eine große Herausforderung sieht Antoun vor allem bei mittelständischen Firmen. Denn die hätten zwar ähnlich hohe Sicherheitsanforderungen wie Großkonzerne, aber deutlich weniger Ressourcen zur Verfügung. Deshalb sei es wichtig, pragmatische Lösungen zu finden, die bezahlbar bleiben. „Wir müssen die Themen Schritt für Schritt angehen: Welche Herausforderungen haben wir aktuell? Und wie lösen wir sie am besten tatsächlich?“, erläutert Kevin Zimmermann von Leitwerk.
Derzeit betreut das Unternehmen rund 30 Kunden mit der Elastic-Plattform – Tendenz stark steigend. Dank der vielen verfügbaren Integrationen lasse sich Elastic flexibel an unterschiedlichste Kundenbedürfnisse anpassen. Gleichzeitig ermögliche die Plattform eine zentrale Verwaltung und Datenanalyse, auch wenn beim Kunden ganz unterschiedliche Technologien im Einsatz sind. Bis Jahresende will Leitwerk die Zahl der Elastic-Kunden mindestens verdoppeln.