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Rechenzentren im KI-Zeitalter: „Die Schaufeln werden gebraucht zum Buddeln“

Firma: Rittal GmbH & Co KG
Sprache: Deutsch
Gesprächspartner:
Dauer: 25:44 Minuten
Erscheinungsjahr: 2026
Besonderheit: registrierungsfrei
Wissen
kompakt
vermittelt!
Rittal GmbH & Co KG

Der weltweite Boom künstlicher Intelligenz verändert die Anforderungen an Rechenzentren fundamental. Thomas Schreiner vom hessischen Schaltschrank-Spezialisten Rittal beschreibt im Podcast einen regelrechten Goldrausch, beleuchtet aber auch die mechanischen Herausforderungen dahinter.

Rittal mit Sitz in Herborn zählt zur Friedhelm Loh Group und beschäftigt 9.600 Mitarbeiter an zehn Produktionsstandorten. Das Unternehmen liefert Schaltschranksysteme für die Industrie und IT-Racks für Rechenzentren weltweit. Mit dem Siegeszug generativer KI hat sich die bisher gewohnte 19-Zoll-Technik, die seit den frühen 1990er-Jahren Standard war, grundlegend gewandelt.


Von Luftkühlung zu Flüssigkeitskühlung

Der Grund liegt in der enormen Energiedichte neuer Chip-Generationen. „In der Vergangenheit hat so ein Schrank 12 bis 15 kW verbraucht“, erläutert Schreiner. „Wir sind heute bei KI-Schränken bei 220 kW.“ Für 2028 und 2029 rechnet er mit Leistungsklassen von einem Megawatt pro Schrank. Ein moderner Chip gibt dabei 112 Watt pro Quadratzentimeter ab – ein Bügeleisen bringt es auf etwa neun Watt. Luftkühlung reicht deshalb nicht mehr aus, Flüssigkeitskühlung wird zur Pflicht.

Auch mechanisch verändert sich die Infrastruktur: Racks, die früher bis 1,5 Tonnen aufnahmen, müssen heute bis zu 4,7 Tonnen tragen – „da reden wir über mittelschwere afrikanische Elefanten“, sagt Schreiner. Rittal setzt dabei auf modulare Building Blocks aus Kühl- und Stromkomponenten, um trotz schneller Technologiewechsel eine gewisse Standardisierung zu ermöglichen.


Enormer Zeitdruck bei Hyperscalern

Der Druck auf Bauherren und Zulieferer steigt massiv. Ein Datacenter mit 100 Megawatt kann laut Schreiner täglich einen Profit von vier bis fünf Millionen Dollar generieren. Entsprechend schnell entstehen neue Standorte – teilweise sogar in Zelten, wie bei einem Meta-Projekt in Iowa. Nvidia bringt zudem jährlich neue Chip-Generationen auf den Markt, was den Umbau bestehender Rechenzentren beschleunigt.

Trotz Diskussionen um eine mögliche KI-Blase sieht Schreiner das Wachstum ungebrochen: „Das wird nach wie vor steigen“, prophezeit er. Für 2026 werden rund 725 Milliarden Dollar an Investitionen in Rechenzentren erwartet – eine Summe, die etwa dem Bruttoinlandsprodukt Belgiens entspricht. Rittal profitiert dabei von früher Entwicklungsarbeit an Open-Compute-Systemen und einem ersten Prototyp für Flüssigkeitskühlung, der im Jahr 2006 entstand.

Rechenzentren im KI-Zeitalter: „Die Schaufeln werden gebraucht zum Buddeln“

Inhaltstyp: Podcast
Rittal GmbH & Co KG