Wie sicher sind Daten in den Cloud-Umgebungen US-amerikanischer oder chinesischer Anbieter? Was ist von deren Versprechen, digitale Souveränität zu gewährleisten, zu halten? Die Bewertungsmatrix SEAL (Sovereignty Effective Assurance Level) gibt konkrete Antworten auf diese Fragen. In diesem Whitepaper erfahren Sie, wie sie eingesetzt wird.
Inhalt:
Europäische Unternehmen stellen sich zunehmend die Frage, ob ihre Daten in den Cloud-Umgebungen nicht-europäischer Anbieter vor dem Zugriff fremder Regierungen geschützt sind. Nicht zuletzt der CLOUD Act (Clarifying Lawful Overseas Use of Data) lässt daran Zweifel aufkommen. Dieses US-Gesetz erlaubt US-Behörden auch dann den Zugriff auf Kundendaten von US-amerikanischen Cloud-Providern, wenn diese sich außerhalb des US-Territoriums befinden.
Mit dem Cloud Sovereignty Framework (CSF) hat die Europäische Kommission einen strukturellen Ansatz entwickelt, der genau dieser Frage nachgeht. Ein zentraler Bestandteil des CSF ist das Sovereignty Effective Assurance Level (SEAL). Es definiert die Mindestanforderungen für digitale Souveränität und bewertet, wer die tatsächliche Kontrolle über die Technologie, den Betrieb und den Zugriff auf die Ressourcen ausübt.
Dieses Whitepaper stellt Ihnen die Bewertungskriterien für SEAL im Detail vor.
Sie erfahren unter anderem:
- Welche acht Dimensionen für die SEAL-Bewertung berücksichtigt werden.
- Wie die Souveränität berechnet wird.
- Wie chinesische, US-amerikanische und europäische Cloud-Provider im SEAL-Check abschneiden.
Originalauszug aus dem Dokument:
Die neue Realität der Cloud
Cloud Computing hat sich in den letzten Jahren vom reinen Infrastrukturmodell zu einem fundamentalen Bestandteil moderner digitaler Wertschöpfung entwickelt.
Unternehmen betreiben heute nicht nur Anwendungen in der Cloud – sie bauen ganze Geschäftsmodelle darauf auf. Daten, Algorithmen, künstliche Intelligenz und operative Prozesse sind tief in Cloud-Plattformen integriert und bilden die Grundlage wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Systeme.
Mit dieser Entwicklung wächst jedoch auch eine neue Form von Abhängigkeit. Die Kontrolle über digitale Infrastruktur, Daten und Plattformen liegt in vielen Fällen nicht mehr bei den Unternehmen selbst, sondern bei globalen Cloud-Anbietern.
Diese Anbieter unterliegen wiederum den rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ihrer Herkunftsländer. Insbesondere extraterritoriale Gesetze wie der US CLOUD Act haben gezeigt, dass Daten selbst dann nicht vollständig geschützt sind, wenn sie physisch in Europa gespeichert werden.
Vor diesem Hintergrund ist der Begriff der digitalen Souveränität in den Mittelpunkt der europäischen Digitalpolitik gerückt. Die zentrale Frage lautet nicht mehr, ob Cloud genutzt wird, sondern unter welchen Bedingungen – und mit welchem Maß an Kontrolle.