Cloud und Edge – oder: Wer Cloud sagt, muss auch Edge sagen

Die Frage, wo Daten verarbeitet werden sollen, ist momentan ein zentrales Thema
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Die Frage, wo die Daten verarbeitet werden sollen, ist momentan ein zentrales Thema. Bezogen auf die Digitalisierung der Wirtschaft sogar ein essenzielles. In der digital-transformierenden IT-getriebenen Businesswelt, gerade, aber nicht nur im industrienahen Umfeld, werden nahtlose Infrastrukturen von der Edge in die Cloud benötigt.  Dieser Artikel erklärt in einer quasi nichttechnischen Erzählweise das Zusammenspiel von Edge- und Cloud-Computing und die damit verbundene Bedeutung für eine Transformation von Prozessen und Geschäftsmodellen.

Das große Pendel der IT schwingt zurzeit neu aus. Die Frage, wo die Daten verarbeitet werden sollen, ist aktuell ein wichtiges Thema in einer digital-transformierenden IT-getriebenen Unternehmenswelt.  In den vergangenen Jahrzehnten gab es zahlreiche Strömungen zwischen zentralisierten Ansätzen wie Cloud-Services oder Mainframe und dezentralen Ansätzen, exemplarisch zwischen mobilen Endgeräten und dem stationären PC. Derzeit bewegen wir uns stark an den Rand des IT-Universums: die Edge.

Edge-Computing umfasst eine Topologie, in der die Informationsverarbeitung und das Sammeln der eigentlichen Inhalte – also die Daten – möglichst da erfolgt, wo Daten anfallen oder wo der Benutzer bestimmte Aktionen durchführt. Anders ausgedrückt: Edge-Computing ist eine dezentrale Computing-Infrastruktur, in der Rechenressourcen – Compute-Power – und Anwendungen entlang des Kommunikationsweges, das heißt an einer beliebigen Stelle, von der Datenquelle bis zur Cloud, ausgeführt werden. Dabei verhält sich, vereinfacht ausgedrückt, Edge zur Cloud wie Reflex zu Reaktion. Bei einem Reflex laufen die Impulse ins Rückenmark, wo der Reiz verarbeitet wird. Von dort aus geht die Information zurück an die Nervenfaser und die Muskeln; es entsteht der Reflex.

Dies ist so, weil keine Zeit vorhanden ist, die Information bis ins Hirn zu senden. Bei einer Reaktion hingegen werden die Informationen vom Rezeptor bis ins Hirn geschickt, verarbeitet und wieder zurückgesendet. Bei Edge-Computing in der Analogie hierzu: In der Regel dauert es 150 bis 200 Millisekunden, bis die Daten vom Ort der Erzeugung, also exemplarisch mobilen Endgeräten, Sensoren oder Maschinen in der Produktion, zu einem Cloud-Provider und zurück gelangen, während sich diese Zeit mit Edge-Servern oder entsprechenden Gateways in der Nähe dieser Geräte auf 2 bis 5 Millisekunden verkürzen kann.

Die Vorteile, die aus Edge- bzw. Cloud-Edge entstehen: verbesserte Leistung, bessere Compliance, Datenschutz und Datensicherheit und reduzierte Betriebskosten. Edge-Computing fußt auf den Konzepten der Mesh-Vernetzung, also Knoten, die direkt miteinander verbunden sind, und einer verteilten Verarbeitung. Im besten Fall werden die Rechenanforderungen da erfüllt, wo Daten anfallen oder wo der Benutzer bestimmte Aktionen durchführt.

Die Edge ist da, wo Dinge sind

Eigentlich ist die Edge eher eine logische Schicht als eine spezifische physische Trennung oder Ortsbeschreibung. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht hängt die Lokation – „der Ort“ – der Edge von dem zu adressierenden Unternehmensproblem, von Zielen oder Anforderungen ab. Die Edge ist da, wo Dinge sind: Immer mehr Objekte erzeugen Daten, die erfasst – und verarbeitet – werden, aus denen Nutzen oder Mehrwert generiert werden sollen. Und die Verarbeitung, insbesondere die Intelligenz zum Verarbeiten, strebt an diesen Ort. So kann ein Endgerät – exemplarisch ein Smartphone oder IoT-Device – die Edge sein. Ein Endbenutzer oder IoT-Gerät, das Daten verbraucht und erstellt, kann den Endpunkt bilden. Sehr wahrscheinlich wird dort eine gewisse Art von eingebetteter KI (Künstlicher Intelligenz) vorhanden sein. Diese intelligenten Systeme können wiederum Daten zu und von zusätzlichen KI-Systemen senden bzw. empfangen, die mehr Rechenleistung haben als das Gerät (an der Edge) selbst, oder die Daten von vielen dieser Vorrichtungen zur Analyse und Aktion sammeln. Es kann aber auch in Form einer Netzwerk-Edge in der Unternehmensniederlassung vorkommen.

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