Kleinunternehmer: Wie stelle ich eine Rechnung richtig?

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Sonderregelungen

Sonderregelung bei Lieferungen und Leistungen innerhalb der EU

Zwischen den EU-Staaten gelangen gewerblich gelieferte Waren zunächst unversteuert über die Staatsgrenzen. Die Umsatzsteuer wird erst im Bestimmungsland fällig. Neben den oben genannten allgemeinen Rechnungsangaben muss Ihre Rechnung dann folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Es liegt eine innergemeinschaftliche Lieferung vor (Beteiligung zweier EU-Staaten). 
  • Sie geben Ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer und die USt-IdNr. des Rechnungsempfängers an. 
  • Sie weisen keine Umsatzsteuer aus, sondern nur den Nettobetrag, da Ihr Kunde die Umsatzsteuer in seinem Heimatland abführt. Dieser Hinweis auf den Übergang der Steuerschuld auf den Rechnungsempfänger muss ausdrücklich die Angabe „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ enthalten. Die Finanzverwaltung möchte aber auch die Verwendung des englischen Begriffs "Reverse-Charge" akzeptieren.

Wichtig: Im Fall des Reverse Charge Verfahrens kommt die Kleinunternehmerregelung nicht zur Anwendung.

Hinweis: Wählen Sie eine andere Formulierung als „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ oder vergessen Sie diese Angabe versehentlich ganz, müssen Sie keine nachteiligen Auswirkungen auf den Vorsteuerabzug befürchten.

Rechnet hingegen ein im Euroraum ansässiges Unternehmen gegenüber Ihnen - einem in Deutschland ansässigen Unternehmen - eine Leistung ab, muss es die Rechnung nach den Vorschriften seines EU-Mitgliedstaates stellen. Sie haben dann auch keinen Anspruch auf eine Rechnung in Ihrer Landes- oder Unternehmenssprache.

Wichtig: Die o.g. Regelung gilt nicht, wenn mittels einer Gutschrift abgerechnet wird. In diesem Fall muss der deutsche Leistungsempfänger in seiner Gutschrift die deutschen Vorgaben (§ 14 Abs. 4 UStG) beachten. Diese Ausnahmeregelung findet auch auf die Fälle Anwendung, in denen der Rechnungssteller im anderen EU-Staat am Umsatz einer Betriebsstätte beteiligt ist.

Sonderregelung bei Gutschriften

Eine Gutschrift ist im Umsatzsteuerrecht eine Rechnung, die vom Leistungsempfänger (oder einem Dritten, den der Empfänger beauftragt hat) und nicht vom leistenden Unternehmen ausgestellt wird. Sie werden insbesondere dann gerne eingesetzt, wenn es für den Leistungsempfänger einfacher ist, die zur Abrechnung erforderlichen Informationen zu beschaffen.

Seit der Verkündung der neuen Amtshilferichtlinie gilt für Gutschriften eine Sonderregelung. Sie muss seit dem 30.6.2013 beachtet werden: Umsätze, die seit diesem Zeitpunkt ausgeführt und mittels einer Gutschrift abgerechnet werden, müssen ausdrücklich als Gutschrift (oder notfalls in englischer Sprache „self-billed invoice“) bezeichnet werden. Andernfalls riskieren Unternehmen den Vorsteuerabzug.

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