Das ist 2019 neu: Die wichtigsten Gesetzesänderungen

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2019 ist zwar schon ein paar Monate alt – doch die gesetzlichen Änderungen zu Jahresbeginn hat nicht jeder registriert. Dabei stehen im laufenden Jahr besonders viele unternehmensrelevante Neuerungen an, die unseren Arbeitsalltag mehr oder weniger stark beeinflussen.  

2019 dürfen sich Selbstständige und KMUs auf viele Änderungen einstellen – in der Regel positive. Dazu zählt auch das leidige Thema Steuern. Das Wichtigste ist die neue Abgabefrist für Steuererklärungen: Steuerpflichtige müssen ihre Steuererklärungen für den Besteuerungszeitraum ab 1.1.2018 nun nicht mehr bis Ende Mai des Folgejahres, sondern erst bis Ende Juli abgeben. Das gilt für alle, die sich nicht steuerlich beraten lassen.

Wer einen Steuerberater konsultiert, muss seine Erklärung nun bis Ende Februar des übernächsten Jahres abgeben. Die Steuerklärung für 2018 sollte also ohne Steuerberater bis 31. Juli 2019, und mit Berater bis 28. Februar 2020 eingereicht werden. Und noch eine Erleichterung: Für Steuererklärungen ab 2018 müssen keine Belege mehr eingereicht werden – sie sollten aber bis zu einem Jahr nach Erhalt des Steuerbescheids aufbewahrt werden.

Ein dritter Bonus im Steuerbereich sind die steigenden Freibeträge. Der Grundfreibetrag, auf den keine Einkommenssteuer gezahlt werden muss, wurde ab 2019 auf 9.168 Euro erhöht. Das sind immerhin 168 Euro mehr als 2018. Verheirateten stehen künftig 18.336 Euro zu – 336 Euro mehr als bisher. Und der Kinderfreibetrag wurde zu Jahresbeginn für jeden Elternteil auf 2.490 Euro angehoben.

Sinkende Beiträge, flexiblere Arbeitszeitregelungen

Geringverdiener unter den Selbstständigen können sich über geringere Sozialversicherungsbeiträge freuen – für sie sinkt der Mindestbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung ab dem 1. Januar 2019 erheblich. Er beträgt dann inklusive Pflegebeitrag nur noch rund 171 Euro im Monat. Bisher mussten Selbstständige, die sich freiwillig gesetzlich krankenversichern, monatlich mindestens 423 Euro für die Kranken- und Pflegeversicherung zahlen.

Auch für den Arbeitgeber ändert sich einiges. So haben Beschäftigte, die vorübergehend in Teilzeit arbeiten möchten, seit Januar 2019 das Recht, später wieder zu regulären Arbeitszeiten zurückzukehren. Mit der Brückenteilzeit bekommen Mitarbeiter die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit befristet auf ein bis fünf Jahre zu verringern und danach wieder Vollzeit einzusteigen.

Einige Neuerungen betreffen speziell Online-Händler. Beispielsweise haften Betreiber digitaler Marktplätze wie Amazon oder Ebay seit Januar 2019 dafür, wenn Händler auf ihren Plattformen die Umsatzsteuer nicht ordnungsgemäß abführen. Darüber hinaus müssen sich Online-Händler seit Jahresbeginn an das neue Verpackungsgesetz halten und unter anderem bei der Stiftung „Zentrale Stelle Verpackungsregister“ anmelden.

 

Weitere gesetzliche Neuerungen 2019

  • Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung ist von 3,0 auf 2,5 Prozent gesunken.
  • Der gesetzliche Mindestlohn ist von 8,84 Euro auf 9,19 Euro pro Stunde gestiegen.
  • Der Beitrag zur Pflegeversicherung hat sich für Kinderlose auf 3,3 Prozent, für Eltern auf 3,05 Prozent erhöht.
  • Krankenversicherungsbeiträge werden wieder paritätisch von Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziert.
  • Das „dritte Geschlecht‟ wurde ins Personenstandsregister aufgenommen, so dass in Stellenanzeigen nun zwischen drei Geschlechterangaben unterschieden werden muss – männlich, weiblich und „divers‟ (m/w/d).
  • Es gelten neue Pauschbeträge für Dienstreisen ins Ausland.