Produktivität macht nicht nur Chefs glücklich

Studie des Karrierenetzwerks Levo
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Das US-Karrierenetzwerk Levo hat unter seinen Mitgliedern eine Studie zur Produktivität durchgeführt. Das Fazit: Stolze 93 Prozent der Befragten glauben, dass auch das eigene Glück von einer produktiven Tätigkeit beeinflusst werde. Wir werfen einen Blick auf die Studienergebnisse.

"Produktivität macht glücklich" – das klingt nach einem Slogan, den sich nur ein Chef ausgedacht haben kann. Als Mitarbeiter kommt einem da schon eher das Bild des erbarmungslosen Antreibers in den Sinn, der jede wohlverdiente Pause oder auch den Feierabend ignoriert. Tatsächlich zeichnet eine Umfrage des US-Karrierenetzwerks Levo nun aber ein ganz anderes, positives Bild: Demnach glauben stolze 93 Prozent der 1.500 Befragten, dass auch das eigene Glück von einer produktiven Tätigkeit beeinflusst werde. Und wahrscheinlich wird so mancher jetzt in sich gehen und überlegen, ob er zufriedener ist, wenn er ausgelastet oder wenn er unterfordert ist.

Wie ist es bei Ihnen? Laut einer Studie glauben 93 Prozent der 1.500 Befragten, dass das eigene Glück von einer produktiven Tätigkeit beeinflusst wird.

Ablenkung selten erwünscht

Produktivität und die damit verbundene Zufriedenheit stellen sich aber nicht immer ein, auch das hat die Umfrage von Levo ergeben. Ablenkungen zum Beispiel gefährden einen produktiven Arbeitstag, wenn sie denn überhandnehmen – das berichten Mitarbeiter, nicht Chefs. Soziale Netzwerke gehören dabei zu den größten Störfaktoren, bei denen die Faustregel gilt: je jünger, desto abgelenkter. Im Schnitt geben 29 Prozent an, dass solche Ablenkungen ihre Produktivität stören. Auf Platz 2 landet falsches Zeitmanagement, auf Platz 3 schon die Kollegen, mit denen man sich zeitweilig vielleicht etwas zu viel austauscht. Die falschen Tools sind selten der Grund für mangelnde Produktivität.

Zeitfresser und Störfaktor: Im Schnitt geben 29 Prozent der Arbeitnehmer an, dass Soziale Netzwerke ihre Produktivität stören.

Überblick behalten mit Planung

Wer sich ab und an ablenken lässt, für den stellt das noch kein Problem dar. Im Gegenteil hilft das sogar beim Informationsfluss innerhalb des Teams. Ein Problem hat erst der, der sich ständig rausbringen lässt. Was dagegen hilft, ist Planung: Der Umfrage zufolge gehören für fast 92 Prozent der Befragten Aufgabenlisten dazu, weil sie bei der Strukturierung des Arbeitstags und der Überschaubarkeit der Aufgaben helfen. Für 52 Prozent (es waren Mehrfachnennungen möglich) sind Kalendereinträge und dezidierte Aufgaben die Lösung des Problems.

Planung gehört dazu: Der Umfrage zufolge helfen bei fast 92 Prozent der Befragten Aufgabenlisten, des Arbeitstag und die Überschaubarkeit der Aufgaben zu strukturieren.

In der Bewertung der Umfrageteilnehmer kommen die "weichen Faktoren" für eine bessere Konzentration erst nach den Tools. Zu diesen Faktoren gehören Pausen, Entspannungsübungen, Meditation und Power-Napping. Sie alle haben ihre Bedeutung, spielen aber in der Wahrnehmung der Befragten keine entscheidende Rolle. Interessanterweise gilt das auch für die regelmäßige Koffeinzufuhr, auch wenn immerhin 42 Prozent auf die Produktivitätsförderung durch Kaffee setzen.

Das nachmittägliche Tief

Die Produktivität hängt auch von der Tageszeit ab. Quer durch alle Altersklassen liegt der Vormittag hier vorne: Am frühen (31 Prozent) und späten Morgen (38 Prozent) sind die Menschen am produktivsten. Nachmittag (12 Prozent) und Abend (10 Prozent) fallen dagegen deutlich ab. Einzige Ausnahme: Im Alter von 38 bis 44 Jahren sind die Menschen am frühen Morgen deutlich produktiver (46 vs. 31 Prozent). Und: Ganz junge Leute (bis 21 Jahren) sind noch am Abend und in der Nacht produktiv (zwischen 25 und 28 Prozent vs. 18 Prozent). Den Song "Ich bin morgens immer müde, und am Abend werd ich wach" muss also wohl ein junger Mensch geschrieben haben.

Die täglichen Schwankungen: Am Vormittag, vor allem am späten Vormittag, sind die Menschen am produktivsten.

Faktoren für mehr Produktivität: Flexibilität und Routine

Produktivität ist nicht nur wichtig, so das Fazit der Umfrage, sondern sogar ein nicht zu unterschätzender Glücksfaktor für die Arbeit. Doch Produktivität ist kein Hexenwerk, sondern steigerungsfähig. Flexibilität kann hier ein entscheidender Faktor sein: Wer zu bestimmten Tageszeiten produktiver ist als zu anderen, sollte eben dann auch produktiv sein können und dürfen. Ein zweiter wichtiger Faktor: Gewohnheiten bzw. Routinen. Auch wenn man spontan meinen möchte, dass Routinetätigkeiten zu Langeweile (und Unterforderung) führen, geben doch 82 Prozent der Befragten an, dass sie dank Routinen produktiver sind. Immerhin 48 Prozent würden sich von einer besseren Priorisierung unterstützt fühlen. Hier ist allerdings eine Unterscheidung wichtig: Stupide, sich ständig wiederholende Tätigkeiten ohne Kick und Herausforderung sorgen für Langeweile, Routinen hingegen, die bei der Strukturierung des Tages helfen, sorgen für ein Plus an Produktivität.

Weitere Informationen zur Studie auf der Website von Levo.

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