Virtual Reality, Augmented Reality, Mixed Reality – alles einerlei?

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Die Schlagworte Virtual Reality, Augmented Reality und Mixed Reality bekommt man momentan häufig zu hören. Bekannt ist, dass alle drei irgendwie mit Computern und verschiedenen Darstellungen von Realität zu tun haben. Wie aber unterscheiden sich diese Technologien?

Bei der Basis angefangen: Virtual Reality, kurz: VR, ist eine in Echtzeit über den Computer künstlich hergestellte Wirklichkeit, oftmals auch eine Simulation der Wirklichkeit, in der der Nutzer interaktiv agieren kann. Bei Augmented Reality handelt es sich um eine angereicherte Wirklichkeit – dass heißt, die Realität wird um computergestützte Informationen erweitert. Meist wird unter Augmented Reality nur die visuelle Darstellung von Informationen in der Realität verstanden – etwa, wenn im Auto die Navigation für den Fahrer auf die Windschutzscheibe projiziert wird. Tatsächlich können mit der angereicherten Realität aber auch weitere Sinne angesprochen werden. In Kinos könnte das begleitend zum Bild beispielsweise das Vibrieren des Kinosessels sein, z.B. wenn gezeigt wird, wie eine Lawine losbricht. Mixed Reality schließlich ist die Kombination bzw. Verschmelzung der Wirklichkeit mit einer realitätsnahen Simulation, d.h. die reelle, physische Welt wird mit einer virtuellen Realität vermischt. Wie lässt sich Mixed Reality mit der HoloLens nun aber in Kundenprojekten sinnvoll einsetzen?

Innovationsfaktor HoloLens. Lohnt sich die Investition?

Zühlke Engineering ist „Dienstleister für Innovationsprojekte“. Als solcher gehört es zu seinen wesentlichen Aufgaben, neue Technologien auf ihren möglichen Kundennutzen zu prüfen. Das ist auch hinsichtlich der Möglichkeiten von Mixed Reality passiert. Für die HoloLens von Microsoft sieht Zühlke Engineering je nach Anwendungsszenario ein großes Potenzial für Einsparungen und damit Produktivitätssteigerungen.

Die Zühlke Engineering GmbH entwickelt für ihre Kunden Produkte, Services und Geschäftsmodelle der digitalen Zukunft. Das Unternehmen mit Hauptsitz im hessischen Eschborn arbeitet im Bereich Azure/IoT sowie Mixed Reality eng mit Microsoft zusammen und ist der erste von dem Technologiekonzern zertifizierte Entwicklungspartner für die HoloLens in der DACH-Region. Laut Einschätzung von Dennis Ahrens, Business Solution Manager bei Zühlke Engineering, bringt Microsoft mit seinen Entwicklungen im Bereich Mixed Reality die virtuelle mit der realen Welt enger zusammen. Das Resultat daraus seien Kostenreduktionen, etwa bei der Erstellung von Prototypen, und Effizienzsteigerungen, beispielsweise indem im Verkaufsprozess Dinge erlebbar gemacht werden, was die HoloLens überaus spannend für sein Unternehmen mache: „Wir sehen in Virtual Reality/Mixed Reality kein Hype-Thema, sondern eine Technologie, die in den nächsten Jahren zu einem Standard in vielen Unternehmen wird. Deshalb haben wir uns sehr früh dazu entschlossen, in diesen Bereich zu investieren.“

Vielfältige Einsatzszenarien für Mixed Reality

Ahrens ist davon überzeugt, dass die Investition in Mixed Reality ein lohnender Schritt für Zühlke Engineering war, da sich damit vielfältige Anwendungsmöglichkeiten bieten. Als Solution Partner für Business Innovation begleitet das Unternehmen seine Kunden auf ihrer gesamten „Holografischen Reise“ – beginnend mit kreativen Workshops zur Analyse von Einsatzszenarien, über Experience Prototyps bis hin zu kompletten Lösungen. Je nach Anwendungsgebiet werden die Lösungen dann entweder in Augmented, Mixed oder Virtual Reality umgesetzt.

Im unternehmerischen Kontext sieht Ahrens im Wesentlichen die drei folgenden Einsatzszenarien:

  • Emotional Sales: Mit der HoloLens lassen sich Verkaufsprozesse für den Kunden erlebbar gestalten. Mithilfe von 3D-Hologrammen können ganze Gebäude oder Optionen für große Investitionsgüter deutlich besser vermittelt werden als durch eine Grafik oder alleine mit der Vorstellungskraft der Kunden.
  • Production: Im Bereich Forschung & Entwicklung kann der Bau von Prototypen reduziert werden, da alle Arbeitsschritte mit einem so genannten Digital Twin erledigt werden können. Die Interaktion mit einem Digitalen Twin im realen Raum – auch mit mehreren Anwendern gleichzeitig – wird die Arbeitswelt nach Einschätzung von Ahrens deutlich verändern.
  • Empowered Worker – neue Möglichkeiten für Mitarbeiter: Durch die HoloLens können Servicetechniker freihändig an einem zu reparierenden Gerät agieren. Durch integrierte Anwendungen wie Skype lässt sich Remotesupport noch einfacher durchführen. Training, Ausbildung und Wissensvermittlung können ganz neu organisiert werden.

Erfolgreiches Projekt mit der HoloLens

Mixed Reality ermöglicht es nicht nur, holgrafische Objekte im Raum zu betrachten, sondern ermöglicht auch eine Interaktion mithilfe von Bewegungen. Dies bietet ein großes Potenzial vor allem für neue Geschäftsmodelle sowie Kostenreduktion durch Prozessoptimierungen, gerade in den beschriebenen Einsatzbereichen Emotional Sales, Production und Empowered Worker.

Dass es sich bei diesen Szenarien um keine rein theoretischen Einschätzungen handelt, zeigt ein jüngst abgeschlossenes Projekt von Zühlke Engineering: Gemeinsam mit Jungheinrich, einem der weltweit führenden Anbieter für Intralogistik, wurde ein so genannter Experience Prototype erstellt. Aus den CAD-Daten eines Flurförderzeugs (FFZ) erzeugte Zühlke Engineering einen ersten Ansatz eines Digital Twins, der über das zu reparierende FFZ gelegt wird. Der Servicetechniker wird mit der App HoloRepair visuell durch den Reparaturprozess geführt, kann sich mittels Bewegungs- und Sprachsteuerung selbst durch die App bewegen, und bestätigt nach Abschluss die erledigten Arbeiten mithilfe einer Checkliste. Bei der Entwicklung dieses Prototyps kamen neueste Konzepte wie Lean-Startup oder Wizard-of-Oz zum Einsatz, sodass der Experience Prototype innerhalb von nur drei Monaten fertig gestellt werden konnte.

Diese Erfahrung konnten von Zühlke Engineering bereits in weiteren Projekten angewendet werden. Der Microsoft-Innovationspartner sieht für die Zukunft noch viel Potenzial für die HoloLens im Anlagen- und Maschinenbau, der Industrie, im Gesundheitswesen, im Bankensektor und bei Versicherungen. Dazu Dennis Ahrens: „Die Transformation von Geschäftsprozessen geschieht nicht über Nacht und auch nicht durch neue Technologien alleine. Sie braucht Unternehmen und Entwickler, die Potenziale erkennen und individuelle Lösungen kreieren. Mixed Reality steht hier noch am Anfang. Klar ist aber auch: Firmen, welche die Potenziale jetzt erkennen, verschaffen sich im Zeitalter der digitalen Transformation einen klaren Wettbewerbsvorteil.“

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