Digitale Transformation ist Handwerk, nicht Hexenwerk

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Acht von zehn Handwerksunternehmen halten die digitale Transformation für entscheidend, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen und das interne Innovationsklima anzuheizen. Wir stellen Ihnen drei Beispiele aus der Praxis vor.

Acht von zehn Handwerksunternehmen halten die digitale Transformation laut Digitalisierungsindex Mittelstand für entscheidend, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen und das interne Innovationsklima anzuheizen. Damit liegen Handwerksunternehmen im Branchenvergleich leicht über dem Durchschnitt. Allerdings stellt der Index auch fest, dass nur 34 Prozent der Befragten an der Umsetzung einer umfassenden Digitalisierungsstrategie arbeitet. Weitere 45 Prozent setzen einzelne Digitalisierungsprojekte um, ohne bisher eine übergreifende Strategie zu verfolgen.

Digitalisierung einfach mal machen

Natürlich hilft eine Strategie dabei, nicht planlos in neue Projekte zu stolpern. Der Königsweg ist die strategische Annäherung aber trotzdem nicht immer: Denn die digitale Transformation ist am Ende Handwerk und kein Hexenwerk. Manches Mal kann es zielführender sein, einfach mal zu machen, als lange Zeit eine Strategie auszubrüten, die im Zweifelsfall nach ein paar Monaten von den technologischen Entwicklungen überholt wird.

Neues ausprobieren ohne große Investitionen: Drei Handwerksunternehmen zeigen, wie sie von der digitalen Transformation profitiert haben.

Tatsächlich nutzen zahlreiche kleine Unternehmen bereits Werkzeuge der digitalen Transformation – häufig ohne strategischen Plan. Zum Einsatz kommen Cloud-Technologien wie Office 365, Microsoft Azure oder Dynamics 365. Das zeigt, dass hinter dem Trendbegriff "Digitale Transformation" häufig ein pragmatischer Ansatz in kleinen Schritten steht, der in einer ausgereiften digitalen Strategie enden kann.

Cloud-Technologien im Einsatz beim Handwerk

Cloud-Technologien geben Unternehmen jeder Größe die Möglichkeit, Neues auszuprobieren, ohne zunächst große Investitionen in die Infrastruktur tätigen zu müssen. Wir zeigen Ihnen nachstehend drei Beispiele von Handwerksunternehmen, die digitale Technologien einsetzen und davon profitieren.

Die auf Haustechnikprodukte spezialisierte Waßmann GmbH aus Brinkum bei Bremen etwa hat den Einstieg in die digitale Transformation über das Surface Pro 3 und Office 365 geschafft. Damit haben die Außendienstmitarbeiter des Unternehmens auch unterwegs Zugriff auf alle wichtigen Dokumente und können ihre Kunden kompetent beraten. Dadurch lassen sich auch beim Kunden vor Ort schnell konkrete Aussagen treffen und Kundenwünsche ohne Medienbrüche und doppelten Erfassungsaufwand dokumentieren. "Mit dieser mobilen Lösung haben wir ein Alleinstellungsmerkmal unter den Haustechnik-Betrieben", freut sich Firmenchef Torsten Waßmann.

Cloud-Services wie Office 365 und Power BI bieten dem Fenster- und Türenhersteller Höhbauer aus dem bayerischen Luhe-Wildenau beispielsweise eine attraktive Möglichkeit, die heterogene IT-Infrastruktur zu konsolidieren und relevante Geschäftsdaten besser darzustellen. "Wir haben bei der Professionalisierung der Datenaufbereitung einen großen Schritt vorwärts gemacht2, sagt Firmenchef Christoph Höhbauer. Vertriebsauswertungen müssen in Zukunft nicht mehr von den Controllern erstellt werden. Auftragseingänge, Umsätze, Leads lassen sich nun einfach grafisch darstellen. Die Auslastung in den Abwicklungsabteilungen ist auf einen Blick ersichtlich. Die Qualitätsauswertung bei der Produktion ermöglicht die Identifizierung systematischer Probleme und damit eine gezielte Qualitätsverbesserung.

Das Handwerksunternehmen thrum & michalowski aus Brühl bei Köln ist auf die Planung und Realisierung von Bädern und sparsamen Heizsystemen spezialisiert – und setzt ebenfalls auf moderne Technologien: "Auch wir als kleines Unternehmen müssen unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken, indem wir schneller mit Kunden und Partnern kommunizieren. Unser Ziel ist es, unsere Leistungen und Angebote, in Absprache mit unseren Kunden möglichst noch am gleichen Tag liefern zu können – unabhängig davon, ob wir gerade im Büro oder auf der Baustelle sind", sagt Firmenchef Bernd Thrum.

Wettbewerb um gute Ideen

Moderne Technologien sind nicht nur Großunternehmen vorbehalten. Von der Cloud und mobilen Technologien profitieren vielmehr Firmen aller Größenordnungen. Die Digitalisierung schreitet in allen Branchen und Größenklassen voran. Digitale Transformation kann man auch als einen Wettbewerb der Ideen verstehen. Daher hat Gregor Bieler, General Manager für das Mittelstands- und Partnergeschäft bei Microsoft Deutschland, auch den "Neue-Ideen-Wettbewerb" ausgerufen. Partner ebenso wie Kunden sind damit dazu aufgefordert, ihre Ideen einzusenden – innovative Geschäftsmodelle, eine neue Form der Kundenansprache, die Art Märkte zu adressieren und mehr. Die Aufforderung lautet, mutig zu denken, gewohntes Gelände zu verlassen und das vielfältige Innovationspotenzial der Digitalisierung zu nutzen. Dabei stehen der "Wow-Effekt" und die Skalierbarkeit der Ideen klar im Fokus. Noch bis März 2017 können Unternehmen jeder Größe und Branche ihre neuen Ideen einreichen. Ganz formlos per E-Mail an neueideen@microsoft.com

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