Wie HQLabs seine Lösung ausfall- und zukunftssicher in die Cloud verlagerte

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Ein Gastbeitrag von Sebastian Rösch, HQLabs

Einer der wichtigsten Aspekte beim Betrieb einer Anwendung ist eine hohe Ausfallsicherheit. Diese ist nicht nur wichtig für den Anwendungsserver, sondern auch für den Datenbankserver und viele andere Komponenten der Agenturlösung HQ, die von einer solchen Struktur profitieren würden. Da das Aufsetzen und Betreiben einer solchen Server-Architektur eine Menge Zeit und Arbeit beansprucht, die man besser in die Weiterentwicklung von HQ stecken wollte, hat sich HQLabs dafür entschieden, seine Lösung auf der Cloud-Plattform Microsoft Azure zu hosten.

Anbieter von Cloud-Plattformen wie Microsoft Azure bieten oft skalierbare und redundante Komponenten an, die bereits durch Load Balancer vor Serverausfällen gesichert sind, zum Beispiel Datenbanken und Anwendungsserver as a Service. Solche Dienste können nach Bedarf automatisch hochskalieren und somit höhere Lasten abfangen, um dann wieder runterzuskalieren, wenn die Lasten sinken. Ein hohes Maß an Ausfallssicherheit ist hier oft inklusive.

Heikle Rechtslage in Deutschland

Aufgrund der empfindlichen Rechtslage und der hohen Datenschutzerwartungen deutscher Kunden können oder wollen diese ihre Daten oft nur in Deutschland speichern und auch nur von einem deutschen Unternehmen, um einen illegalen Datentransfer ins Ausland zu unterbinden. Mit der Microsoft Cloud Deutschland, die auf zwei Rechenzentren in Deutschland und das Modell eines deutschen Datentreuhänders baut, erfüllt Microsoft nun alle rechtlichen Bedingungen deutscher Kunden. Seit Oktober 2016 ist Microsoft Azure Deutschland offiziell im Betrieb. HQLabs ist der Testphase schon früh im Jahr 2016 beigetreten und hat HQ Azure-kompatibel gemacht. Ende 2016 hat HQLabs seine Kundensysteme auf Azure produktiv genommen.

Anpassung erforderlich

Um aber von den ganzen Funktionen einer Cloud-Plattform, wie Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit, Gebrauch machen zu können, waren zunächst einige Anpassungen notwendig, beispielsweise bei der Art und Weise wie Dateien abgespeichert werden. Nach einigen Tests und Erfahrung sieht die Hosting-Infrastruktur von HQ ungefähr so aus: Die Basis bilden Netzwerkinfrastruktur-Komponenten wie ein virtuelles Netzwerk, das mit dem Büro verbunden ist, sowie ein paar virtuelle Maschinen für Tools und Utilities. Die HQ-Datenbanken werden in mehreren Elastic Database Pools auf einem von Azure gehosteten SQL Server gehalten. Dazu kommen Blob Storages und das verteilte Dateisystem. Die Anwendung, die API von HQ und asynchrone Tasks laufen in einer Produktivumgebung sowie mehreren weiteren Umgebungen für Testing und QA.

Auf Herz und Nieren geprüft

Wir haben HQ auf Azure intensiv auf Herz und Nieren geprüft und die gesamte Infrastruktur aufgesetzt, die zum Betreiben und Warten der Anwendung notwendig ist. Alle Komponenten laufen seit einiger Zeit stabil und das auf Azure gehostete HQ wurde über einen Monat produktiv eingesetzt. Daher sind wir jetzt sicher, dass wir eine stabile und ausfallfreie Architektur für unsere Web-Anwendung, die API und alle anderen Teile von HQ anbieten können. Der letzte Schritt war es, die Daten und Dateien von Kunden auf Azure zu übertragen und die Systeme dort produktiv zu nehmen. Das Hochladen der Dateien war meistens der längste Schritt. Er hängt von der Menge und Größe der Dateien in der Kundendatenbank ab. In der Regel hat die Migration eines Kundensystems dabei ungefähr 2 Minuten gedauert.

Außer ein paar wenigen DNS-Propagation-Problemen ist alles wie erwartet verlaufen. Ein paar Dinge haben wir dabei aber gelernt, die wir jedem empfehlen zu beachten, der ebenfalls über einen Umzug in die Cloud nachdenkt:

Zeit nehmen. Ein Umzug zu Azure oder jeder anderen Cloud-Plattform dauert. Auch Kunden benötigen etwas Vorlaufzeit, bevor die Migration durchgeführt werden kann.

Mit Änderungen an der Infrastruktur rechnen. Es war nicht immer leicht, die richtige Azure-Komponente für eine Aufgabe zu finden. Hinzu kommt, dass Azure Deutschland bisher nur einen Teil der Komponenten aufweist, die in globalen Rechenzentren verfügbar sind. Besonders kleinere Details haben uns hin und wieder davon abgehalten, einen bestimmten Dienst zu verwenden. Wir glauben aber, dass diese Funktionen in naher Zukunft auch in Deutschland verfügbar sein werden.

Experten zu Rate ziehen. Von Anfang an war das Team von Microsoft für alle unsere Fragen offen und stand mit Rat und Tat zur Seite – von Workshops, Vor-Ort- und telefonischem technischem Support bis hin zu organisatorischen und rechtlichen Fragen insbesondere zu den besonderen Datenschutzthemen. Es ist sehr sinnvoll, die Experten auf diesen Gebieten in so ein Projekt einzubeziehen.

Die ausführliche Schilderung der Migration inklusive technischer Details können Sie auf der Webseite von HQLabs nachlesen.

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