CIAM: Vertrauen zahlt sich aus

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Digitale Identitäten sind die Basis für neue Geschäftsmodelle. Sicherheit beim Identity und Access Management – von der App bis zum Backend-System – ist deshalb unumgänglich.

Der Kunde – das unbekannte Wesen. Mit der Digitalisierung und vor allem mit dem exponentiell wachsenden Geschäft mit Online-Dienstleistungen scheint diese Zeit vorbei. Unternehmen sammeln alles, was sie über ihre Kunden in Erfahrung bringen und was ihnen vielleicht irgendwann einmal nützlich werden könnte. Und wenn nicht – auch egal, denn das Speichern kostet fast nichts, und wer weiß, wofür man die Daten mal brauchen kann. Schätzungen zufolge wird 2020 jeder Konsument einen digitalen Zwilling von 2,5 Gigabyte haben, darunter demografische Informationen ebenso wie persönliche Vorlieben, die in Datenbanken lagern oder durchs Netz schwirren. 

Angesichts der seit dem 25. Mai wirksamen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) müssen sich alle Unternehmen ernsthaft Gedanken machen, welche Informationen sie wo sammeln – und vor allem auch wozu. Um maßgeschneidert Produkte, Dienstleistungen und ein personalisiertes Kundenerlebnis anbieten zu können, werden viele antworten. Logisch. Aber werden alle Unternehmen diesem Anspruch gerecht? Selbst die großen Platzhirsche im E-Commerce sind noch weit von einem Idealzustand entfernt. Sonst würde der Käufer eines Rasierapparats nicht wochenlang Angebote zum Kauf weiterer Rasierapparate bekommen. Das ist nicht nur überflüssig und nervig, sondern belastet das Verhältnis zum Kunden. 

Millionen Identitäten

Das heißt nun selbstverständlich nicht, dass individuelle Angebote verkehrt sind – im Gegenteil. Jeden einzelnen Kunden und seine Bedürfnisse zu kennen ist der Schlüssel für ein erfolgreiches digitales Geschäft. Damit das wirklich funktioniert, bedarf es eines ausgefeilten Consumer Identity und Access Managements (CIAM). IAM – die Verwaltung von Identitäten und die Authentifizierung – kennen und beherrschen die Unternehmen schon länger bei den eigenen Mitarbeitern. Weil viele Unternehmen im Zuge der digitalen Transformation ihr Inneres nach außen kehren, gewinnt das „C“ enorm an Bedeutung. Statt ein paar Tausend Identitäten zu verwalten, sind es nun Millionen. Und die Menschen, zu denen diese Identitäten gehören, sitzen nicht im eigenen Firmengebäude, sondern sind weltweit verteilt. CIAM wird daher in Zukunft massiv wachsen und sich kontinuierlich ausweiten. 

Schätzungen zufolge dürfte 2020 jeder Konsument einen digitalen Zwilling von 2,5 Gigabyte haben.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Identitäten keineswegs nur auf natürliche Personen beschränkt sind. Im Internet der Dinge haben auch unbelebte Objekte eine Identität – Identity of Things. Als Beispiel des Deutschen liebstes Kind: das Auto. Wo früher PS auf der Wunschliste ganz oben standen, sind es heute Komfortfunktionen wie die Sitzverstellung, der Lieblingsradiosender oder die Navigation nach Hause auf Knopfdruck. Das Fahrzeug – heute eher ein rollender Computer – kennt die Bedürfnisse des Fahrers und passt sich automatisch an. Dazu muss die Identität des Fahrers mit der Identität des Autos verknüpft werden, die in Beziehung zueinander stehen.

Unendliche Verknüpfungen

Die Liste der Beispiele lässt sich beliebig fortsetzen. Beziehungen zwischen Personen und Dingen gibt es etwa in der Medizin, wo Medikamente über intelligente Medizingeräte verabreicht werden. Steigt der Blutzuckerspiegel, verabreicht das Implantat die passende Dosis Insulin. Solche Anwendungen sind keine Zukunftsmusik, sondern kurz vor der Marktreife. Sie können wieder verknüpft werden, mit einem automatischen Alarm des Arztes bei Gesundheitsproblemen, mit einer automatischen Nachbestellung des Medikaments bei der Online-Apotheke und dem Fitnessstudio, wo sich die Geräte dem Gesundheitszustand anpassen. Die Menge der potenziellen Verknüpfungsmöglichkeiten und neuen digitalen Services ist schier unendlich. Einziger limitierender Faktor ist unsere Kreativität. 

Um dem Kunden und Konsumenten Zugang zu Diensten geben zu können, muss man ihn kennen. Die Identität ist eine Grundvoraussetzung für Mehrwertdienste. Gleichzeitig rückt damit aber auch das Thema Sicherheit ins Blickfeld, also die Frage, wie man den Zugang zu neuen digitalen Diensten absichern kann. Das ist insbesondere deshalb wichtig, weil die digitalen Services die privatesten Lebensbereiche erfassen. 

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