Big Data ist mehr als nur Hadoop

Interview mit Klaas Bollhöfer, Chief Data Scientist bei The unbelievable Machine Company und Keynotespeaker auf der Konferenz data2day 2014
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Klaas Bollhöfer, Chief Data Scientist bei The unbelievable Machine companyDie Konferenz data2day verspricht mehr als nur Big Data. Das Motto lautet „Tools und Methoden für Big, Smart und Fast Data“. Was steckt dahinter?

Klaas Bollhöfer: Unter dem Überbegriff Big Data tummeln sich inzwischen zahlreiche Veranstaltungen zum Thema, meist jedoch mit einer klaren Business- und Anbieterperspektive. Die data2day geht gezielt einen anderen Weg. Mit dem Fokus auf Anwender und Entwickler, die Big-Data-Projekte in der Praxis umsetzen oder umsetzen wollen, legt die Konferenz den Schwerpunkt auf das umfangreiche und farbenfrohe Spektrum aus Technologien und Entwicklungswerkzeugen. Sie verschafft dabei nicht nur einen umfassenden Überblick zum Status quo, sondern nimmt ganz bewusst auch neue Entwicklungen und künftige Verfahren ins Visier. Der Blick über den Tellerrand hinaus ist Programm.

Im Zusammenhang mit Big Data fallen häufig die Stichworte Java und Hadoop. Ist damit schon alles gesagt?

Bollhöfer: Die Speicherung und Verarbeitung großer Datenmengen ist nichts grundsätzlich Neues. Und selbst das Framework Hadoop, das häufig 1:1 mit Big Data gleichgesetzt wird und in Version 1 primär via Map-Reduce-Programmen in Java bespielt wurde, zählt schon zu den „alten Hasen“ im Segment der Big-Data-Technologien. Die dynamische Entwicklung der letzten Jahre im Bereich Big Data geht inzwischen weit darüber hinaus, wie auch das data2day-Motto „Big, Smart und Fast“ deutlich macht. So gibt es zahlreiche weitere etablierte Programmiersprachen wie Python, R, Scala oder das neue „Sternchen am Big-Data-Himmel“ Julia, die alle ihren wohlverdienten Platz neben Java und auf der Konferenz finden. Hinter dem Kürzel Fast verbirgt sich das sogenannte Data Stream Processing – die Verarbeitung massiver Datenströme, wie sie unter anderem im Bereich der Maschinendaten oder dem sogenannten Internet of Things bis hin zu sozialen Netzwerken à la Twitter auftreten. Wie sich die damit verbundenen speziellen Herausforderungen in der Praxis bewältigen lassen, zeigt z.B. Michael Hausenblas exemplarisch in seinem Vortrag zur Lambda-Architektur und Technologien wie Spark oder Storm. Beim Stichwort Smart geht es hingegen primär darum, Algorithmen und mathematische Verfahren auf Big Data anzuwenden. Häufig kommen Verfahren der klassischen Statistik zum Einsatz, aber genauso gut können Methoden aus der Künstlichen Intelligenz, der Mustererkennung, dem maschinellen Lernen oder der Bio-Informatik genutzt werden – Aspekte, die auch Mikio Braun in seinem Vortrag zu den Konzepten und Tools für Data Science aufgreift.

Im Titel Ihrer Keynote spielen Sie auf die Punkband Ramones an. Was haben die denn mit Big Data zu tun?

Bollhöfer: Ich werfe den Blick auf das, was jenseits von Technologien und etablierten Use Cases mittelfristig Big Data bestimmen wird. Dabei gehe ich nicht nur der Frage nach, was Big Data mit Design, Kommunikation und beispielsweise Robotik zu tun hat, sondern erzähle auch die Geschichte, was wir von den Ramones lernen können. Erst aus dem Wechselspiel von Menschen und Technik entwickelt sich Neues. Dabei ist auch ein Quäntchen DIY-Attitüde nicht zu unterschätzen, insbesondere wenn wir die im Zuge von Big Data entstehenden Berufsfelder Data Engineering oder Data Science näher unter die Lupe nehmen.

Dann hat die data2day auch Teilnehmern etwas zu bieten, die neue Berufschancen im Big-Data-Umfeld ausloten wollen?

Bollhöfer: Auf jeden Fall. Denn die angesprochenen Berufsbilder entwickeln sich ja gerade erst. Und die Vielzahl neuer Werkzeuge und Methoden eröffnet gerade heute Neu- und Quereinsteigern enorme Möglichkeiten, wie sie u.a. Mikio Braun in seinem Beitrag skizziert. Die Workshops am dritten Konferenztag bieten zudem die Chance, tiefer in die einzelnen Thematiken wie Hadoop 2, Datenvisualisierung und Data Science einzusteigen. Die data2day gibt darüber hinaus aber einen umfassenden Überblick zum Stand von Big Data und wo sich die Technik und ihre Tools und Verfahren hin entwickeln. Die Konferenz hat mit diesem breiten Themenspektrum wirklich für jeden etwas zu bieten – das ist in dieser Form bisher einzigartig.

Die Konferenz data2day 2014 findet vom 26. bis 28. November in der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe statt. Weitere Infos unter www.data2day.de.

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